Fruchtbarkeitssymbole
Im Gegensatz zur „gehobenen Kunst“ richtet die Volkskunde ihr Augenmerk auf Gebräuche, Feste und das materielle Schaffen verschiedener kultureller Gruppen Europas. Auch in dieser Volkskunst finden sich Motive von Weiblichkeit und Fruchtbarkeit. Während in außereuropäischen Kulturen oft eine für unsere Begriffe fast drastische, unmittelbare Bildsprache dominiert, erscheinen entsprechende Symbole hierzulande meist stärker stilisiert und in Alltagsobjekte eingebettet.
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Kenia, Ethnie: Turkana, Alter unbekannt
Hier werden sowohl der weibliche Körper als auch gleichzeitig die männlichen Geschlechtsorgane symbolisch dargestellt. Diese Art von Puppen wird von Mädchen und jungen Frauen um Hals oder Hüfte getragen, als Bitte um Kindersegen und Schutz bei Geburt und Wochenbett. Die Fruchtbarkeitspuppe (ikoku = Kind) wird von Paaren als ihr Kind angesehen.
(Original, Dompalmnuß)
Deutschland, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Ein Model ist eine aus Holz geschnitzte Hohlform zur Prägung von Backwaren, die z.B. bei Hochzeitsfeiern mit charakterisitschen Motiven ( wie der hier ausgestellten Hebamme, aber auch Herzen, Klapperstorch u.a.) dem Kinderwunsch des Ehepaare Ausdruck verleihen sollten.
(Original: Apfelholz, Württemb. Landesmuseum, Stuttgart)
Süddeutschland, Alter unbekannt
Solche Figuren wurden und werden als Votivgaben in Wallfahrtskirchen niedergelegt. Kröte und Frosch sind wegen ihrer hohen Fortpflanzungsrate ein häufig verwendetes Symbol für Fruchtbarkeit. Weltweit wird ihnen zudem eine Funktion als Regenrufer und Wetterprophet zugeschrieben.
(Original: Wachs, Bayerisches Staatsmuseum)


